Inhalt:

Guy (Sullivan Brown) fährt auf einem Ruderboot zurück auf die kleine Insel, auf welcher er als Kind aufgewachsen ist. Dies löst für ihn eine Flut der Kindheitserinnerungen aus, die er längst als verdrängt geglaubt hat. Er hat dort in einem Leuchtturm mit seinen Eltern, seiner Schwester (Maya Lawson) und einigen Waisenkindern gelebt. Während seine Schwester eine mehr als seltsame Liebesromanze eingeht, wird er von seiner Mutter (Gretchen Kirch), mal mit Tyrannei und dann wieder mit perverser Mutterliebe, misshandelt. Zudem kommt er seinem Vater, der ein manischer Wissenschaftler ist, auf die Schliche, als er bemerkt, was er in seiner geheimen Forscher-Werkstatt wirklich treibt…

Hintergrund:

Ursprünglich hat Guy Maddin geplant, den Film ausschließlich live, mit einem Orchester und einem Sprecher, vorzuführen. Zwar hat Maddin auf Festivals ein paar dieser Vorstellungen durchgeführt, dennoch hat er den Film dann mit „normaler“ Filmmusik und mit Isabella Rosellini als Off-Sprecherin vertont.

 

Kritik:

Vorab muss gesagt werden, dass Guy Maddins Werk wirklich einzigartig ist. Obwohl der Film in schwarz-weiß ist und Texttafeln zwischen den Szenen den eigentlichen Filmdialog ersetzen, entsteht zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, dass dies ein Film der Stummfilm-Ära sei. Denn Maddin hat seine autobiographisch gefärbte Erzählung in einer einzigen Bilderflut inszeniert, mit harten und schnellen Schnitten, vielen zittrigen und verwischten Einstellungen, sowie einer Vielzahl von skurillen und beängstigenden Bildern. Damit kann er nicht nur mit den visuellen Overkills eines Oliver Stone oder eines David Lynch locker mithalten, er untermalt auch seine, mehr als abgedrehte, Geschichte perfekt. Diese ist nämlich eine geballte Ladung von filmischen und literarischen Referenzen. Von F.W. Murnaus Nosferatu – Symphonie des Grauens, hin zu den Werken von Freuds Psychonalyse bis hin zu den Midnight Movies der 50er und 60er Jahre scheint in Brand Upon The Brain! nichts ausgelassen zu sein. Dementsprechend macht es Guy Maddin dem Zuschauer nicht leicht, seinen Film irgendwo, oder aber irgendwie, unterzuordnen. Dies ist allerdings auch sicherlich nicht die Intention des Films. An Videokunst erinnerndes Meisterwerk, oder monströse Trash-Parade: Brand Upon The Brain! ist sicherlich beides – und irgendwie  doch nicht. (gs)

Bewertung:

 ★★★★★★☆☆☆☆ 

 

Brand Upon The Brain! Kanada / USA, 2006

Genre: Mystery / Drama / Horror

Originaltitel: Brand Upon The Brain! Regie: Guy Maddin Drehbuch: Guy Maddin, Louis Negin, George Toles Darsteller: Gretchen Krich, Sullivan Brown, Maya Lawson

Trailer

 

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