Mit dem folgenden Artikel starten wir endlich ein neues Format auf independentfilme.com, in welchem wir ausnahmsweise mal nicht (nur) über Indies reden wollen.
Man könnte es Gedanken zum Film, eine Kolumne, einen Kommentar oder einen Blog im Blog zum Geschehen in der Filmwelt nennen. Wir nennen es VilmFerrückt.
Da strömen sie nun zu hunderttausenden in die Kinos, die Fans der Twilight-Saga, um sich erneut die vergeblichen Liebesbemühungen von Bella um Edward anzuschauen. Und damit die Story nicht allzu einfach erscheint, gesellt sich noch ein Werwolf hinzu um Bellas Herz zu erobern und um eine äußerst tragische Dreiecksbeziehung herzustellen.
Gewiss, die beiden letzten und die zukünftigen Filme waren erfolgreich bzw. werden es noch sein. Für den Erfolg an den Kinokassen sorgten bereits im Vorfeld der Verfilmungen die Romane von Stephenie Meyer, die hierzulande wie in den USA wochenlang ganz oben auf den Bestsellerlisten standen. Dennoch ist der ganze Hype, der um die Filmreihe entstanden ist, nicht nachzuvollziehen und was an Twilight, dieser Vampirromanze, überhaupt gut und interessant sein soll, bleibt ein wohlbehütetes Geheimnis der Fans.
Für einen Vampirfilm haben die Verfilmungen keinen Biss und für eine sinnliche Liebesgeschichte fehlt es den Werken ebenso an allen Ecken und Enden. Viel mehr stellt die Twilight-Reihe ein Plädoyer für den vorehelichen Triebverzicht dar. Solch eine reaktionäre Weltanschauung, keinen Sex vor der Ehe zu praktizieren, ist in den USA weit verbreitet und mag mit ein Grund sein für den Erfolg der Reihe.
Auf eine Behauptung wie, Twilight sei eine gelungene Neuinterpretation des Vampirgenres, kann ebenso getrost verzichtet werden. Die Saga ist eher eine klischeehafte Liebesgeschichte, aufgebaut auf Luftschlössern und Idealen die niemals erreicht werden können, zwischen zwei bzw. drei Jugendlichen, von denen einer zufällig ein Vampir ist. Dieser hat es jedoch nicht nötig sich wie einer zu verhalten, denn die klassischen Elemente eines Vampirfilms fehlen nahezu gänzlich: Die Vampire, wenn man sie denn so nennen will, schlafen nämlich weder in einem Sarg, noch verwandeln sie sich in eine Fledermaus. Auch in einem Schloss zu wohnen, Frauen zu verführen um sie anschließend zu beißen und dessen Blut zu trinken oder das Sonnenlicht zu meiden sind gattungstypische Motive, die für die Blutsauger in Twilight nicht von Bedeutung sind.
Selbstverständlich muss ein Vampirfilm nicht jedes Genremerkmal beinhalten um als gelungen zu gelten, schließlich gab es bereits einige belebende Neuinterpretationen des Vampirgenres, ohne dass diese Elemente gefehlt hätten. Werke wie Blade, From Dusk Till Dawn, der inzwischen zurecht als Kultfilm angesehen wird, oder Interview mit einem Vampir, aber auch die erfolgreiche TV-Serie Buffy, gehören zu jenen Filmen, um nur einige zu nennen. Die jeweiligen Produzenten und Regisseure haben es hierbei verstanden neue kreative Elemente mit klassischen Motiven zu vereinen und somit frisches Blut in das Genre zu injizieren.
Nichts dergleichen lässt sich von der Twilight-Saga behaupten; weder neue kreative Impulse sind vorhanden noch erzeugen die Filme irgendeine Art von Spannung. Als Trost bekommt der Zuschauer einfach strukturierte Charaktere die stereotyp gezeichnet sind, platte Dialoge, Actionszenen und Spezial Effekte (denkt an die Werwölfe) die den Namen eigentlich nicht verdient haben.
Letztendlich ist die Twilight-Saga als Vampirfilm ein Etikettenschwindel, denn ich bekomme nicht das was ich erwarte. Für einen Hype allerdings reicht es offenbar allemal aus. (dd)

Silke said
Juli 25 2010 @ 11:57
Der erste Teil war noch in Ordnung, darauf hätte man es belassen können. Doch als ich den zweiten Teil gesehen hatte fehlte mir der BISS, es war eine trostlose Darbietung. Meiner Meinung nach ging es der Autorin, Stephenie Meyer nur darum, ihre moralische Ansicht (Mormonen) in ihr Werk zu packen. Wenn sie es dazu bringt, dass Jugendliche sich soweit beeinflussen lassen um weniger ungezügelten SEX nachzugehen, dann hat es wenigsten für etwas gelohnt.