Inhalt:
Die beiden Freunde Khaled (Ali Suliman) und Said (Kais Nashef) werden von einer palästinensischen Terrororganisation dazu auserwählt, als Selbstmordattentäter in Tel Aviv so viele israelische Soldaten wie nur möglich in den Tod mitzureißen. Den Abend zuvor verbringen sie jeweils im Kreise ihrer Familien, denen sie nichts von dem geplanten Attentat erzählen dürfen. Am Tag des Anschlages werden sie über die Grenze vom Westjordanland nach Israel geschleust um die Tat zu verüben, doch israelische Militärtruppen zwingen sie zur Flucht und das geplante Vorhaben muss verschoben werden. In der Zeit bis zum nächsten Anschlag kommen ihnen Zweifel darüber, ob das Attentat wirklich die richtige Lösung für den Konflikt sei und das versprochene Paradies tatsächlich danach auf die beiden wartet. Vor allem die Menschenrechtlerin Suha (Lubna Azabal) versucht Said davon zu überzeugen, dass ein Terroranschlag keine Lösung ist sondern im Gegenteil die Lage nur noch verschlimmern wird.
Hintergrund:
Als Recherche für den Film, dienten dem Regisseur und Drehbuchautor Hany Abu-Assad Vernehmungssprotokolle gescheiterter Attentäter, israelische Polizeiberichte, wie auch Gespräche mit Freunden und Hinterbliebenen von Selbstmordattentätern.
Zum Teil wurde der Film an Originalschauplätzen palästinensicher Kriesengebieten gedreht, was die Filmcrew immer wieder mit Schwierigkeiten konfrontierte, wie Schießereien und Angriffe von Seiten Israels wie auch von Palästinensern.
Kritik:
Die realistische Darstellung des Films gibt Einblick in die Gedanken und Gefühle von Selbstmordattentätern, die meist nur als brutale und gewissenlose Mörder gesehen werden. Der Film hilft die Hintergründe für die Terroranschläge Seitens der Palästinenser zu verstehen und die Attentäter als Menschen wahrzunehmen, die sich in einer ausweglosen Situation gefangen sehen, ohne den Terroranschlag an sich zu rechtfertigen oder zu verherrlichen. Er verurteilt dabei weder die eine, noch die andere Seite, zeigt allerdings auf, wie die Bedingungen in den besetzen Gebieten die Palästinenser regelrecht dazu zwingen, derart drastische Maßnahmen zu ergreifen. Für dieses mutige und intelligente Projekt, verdient der Regisseur sowie sämtliche Schauspieler und Mitarbeiter höchstes Lob! (lw)
Bewertung:









Paradise Now Palästinensisch besetzte Gebiete / Israel / Niederlande / Deutschland / Frankreich, 2004
Genre: Drama
Originaltitel: al-Dschanna al-ān Regie: Hany Abu-Assad Drehbuch: Hany Abu-Assad, Bero Beyer Darsteller: Ali Suliman, Kais Nashef, Lubna Azabal
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