Inhalt:
Das Leben von Theaterregisseur Caden Cotard (Phillip Seymour Hoffman) gerät völlig aus den Fugen: Mit seiner bisherigen künstlerischen Tätigkeit ist er unzufrieden, gesundheitlich geht es ihm zunehmend schlechter und obendrein verlässt ihn auch noch seine Frau Adele (Catherine Keener) und wandert mit ihrer gemeinsamen Tochter Olive nach Berlin aus, wo sie von da an ein hippes Künstlerleben führt.
Caden ist durch die Talfahrt psychisch und physisch völlig am Ende, doch als er eine hochdotierte Theaterauszeichnung
erhält will er seinem Leben eine Wende geben. Denn mit dem Preisgeld will er das ultimative Theaterstück inszenieren, indem er das alltägliche Leben der Menschen in New York, bis ins kleinste Detail, nachahmt. Er mietet ein großes Lagerhaus um eine monströse Kulisse zu erstellen und stellt unzählige Schauspieler ein.
Die Jahre verstreichen, die fiktive Stadt wächst, die Castings für weitere Rollen nehmen weiterhin zu und die Proben haben kein Ende in Sicht. Mittlerweile geht Caden sogar soweit, dass er sich selbst nachspielen lässt, um seine eigene Inszenierung ebenfalls nachahmen zu lassen. Und während das geplante Stück unüberschaubare Sphären erreicht, verliert sich Caden letztendlich komplett zwischen der fiktiven Welt und den realen Geschehnissen…
Hintergrund:
Ursprünglich sollte Spike Jonze Regie führen, der bereits Charlie Kaufmans Drehbücher zu Being John Malkovich und Adaption verfilmt hat. Allerdings hat er das Angebot wieder abgelehnt, da er sich für die Verfilmung des Kinderbuchs Where the Wild Things are entschied. Daraufhin entschloss sich Kaufman, selbst zum ersten Mal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.
Kritik:
Phillip Seymour Hofman spielt die tragische Hauptfigur in Synecdoche, New York nicht nur, wie von ihm gewohnt, souverän. Seine Darstellung vom depressiven Caden Cotard ist derart überzeugend, dass eine melancholische Identifikation mit ihm, für den Zuschauer fast unausweichlich wird. Beeindruckend ist auch die originelle Story, sowie die non-lineare Erzählweise. Eigentlich sollte man nicht über die vielen Schrägen Einfälle verwundert sein, wenn man die Filme, zu denen Charlie Kaufman die Drehbücher schrieb (Vergiss mein nicht!, Being John Malkovich), kennt. Dennoch darf der Zuschauer das Unerwartete erwarten.
Charlie Kaufman hat mit seinem Regiedebut einen äußerst ambitionierten und detailverliebten Film gedreht. Doch der Detailreichtum in Synecdoche, New York nimmt ebenso wenig ein Ende, wie das Theaterprojekt des Protagonisten im Film. Dies fängt schon beim Namen von Phillip Seymour Hofmans Charakter an. Denn sein Nachname „Cotard“ ist eine Anspielung auf das psychische Leiden des Cotard-Syndroms, einer Krankheit, bei welcher der Patient davon überzeugt ist bereits tot zu sein. Auch Caden Cotard hat schon zu Beginn des Films große Angst vor dem Sterben. Dennoch quält er sich durch sein nicht enden wollendes Leben, in welchem weder er, noch der Zuseher, irgendwann zwischen Zeit, Raum, Fiktion und Realität unterscheiden kann. Dieser surreale Charakter, mit all seinen Chiffrierungen, fordert vom Zuschauer, dass der Film mehr als nur einmal rezipiert wird. Und so sehr man ihn für seine intelligenten Ideen und der erfrischend unkonventionellen Machart loben möchte, so sehr muss man dem Film, der selbst eine Synecdoche zum wahren Leben sein soll, auch vorwerfen, dass einem die 123 Minuten Laufzeit wie eine halbe Ewigkeit vorkommen können. (gs)
Bewertung:









Synecdoche, New York USA, 2008
Genre: Drama / Komödie
Originaltitel: Synecdoche, New York Regie: Charlie Kaufman Drehbuch: Charlie Kaufman Darsteller: Phillip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Michelle Williams, Dianne Wiest, Jennifer Jason Leigh, Samantha Morton
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